VORWORT

BACK TO THE FUTURE

Zu der Zeit als wir das Motto „Back to the Future“ für die OOP 2021 verabschiedet haben, war uns nicht bewusst, wie sehr wir uns zurück in eine Zukunft wünschen würden, wie wir sie uns vor der Pandemie vorgestellt hatten. Jetzt wirkt es so, als ob sich alles geändert hätte. Obwohl viele bereits vor der Pandemie darüber gesprochen hatten, wie schnell sich alles wandelt und dass wir in einer VUCA-Welt (volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig (engl. ambiguous)) leben, in welcher nichts langfristig planbar ist, so hat uns COVID-19 dennoch die Augen dafür geöffnet, was das wirklich bedeutet.

Grundsätzlich scheint es, als ob uns die Pandemie eine Lupe gegeben hätte – zu Beginn traten die Stärken unserer Gesellschaft hervor, aber mit der Zeit offenbarten sich auch vermehrt die Schwächen. Diese Lupe „vergrößerte“ die Wahrnehmung, dass speziell die “systemrelevanten” Menschen sowie Leiharbeiter nicht adäquat geachtet und entlohnt werden. Nicht nur in den USA wurde immer sichtbarer, dass insbesondere People of Colour sowie andere Menschen, die von der „Norm“ abweichen nicht so gleichgestellt sind, wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte. Darüber hinaus treffen uns die Auswirkungen des Klimawandels jedes Jahr härter.

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, fragen Sie sich vermutlich, was das alles mit der OOP, was das mit uns als technischen Experten (Architekten, Entwickler, Requirements-Engineers, Tester, etc.), als Projektleiter oder IT-Führungskräfte zu tun hat? In der Tat mehr als wir glauben. Zum Beispiel zeigen die von uns erstellten Algorithmen (unbeabsichtigt) eine Voreingenommenheit, oder das von uns erstellte System trägt selbst noch mehr zum Klimawandel bei oder Teammitglieder trauen sich nicht, sich zu äußern. Durch letzteres fehlen uns wichtige Perspektiven, um unsere Produkte noch besser zu machen. Das heißt, neben dem gemeinsamen Erlernen vielversprechender Konzepte für zukünftige Herausforderungen und in der Praxis bewährte Techniken unserer Domäne, hoffen wir, dass die OOP auch dazu dient, uns unserer blinden Flecken bewusst zu werden und Ideen dazu zu entwickeln wie wir es technisch und menschlich besser machen können.

Wir haben uns entschieden, die Rolle der IT in der Gesellschaft noch etwas mehr zu betonen und präsentieren in diesem Jahr nicht nur den Track zur Fusion von IT & Gesellschaft, in welchem wir uns mit Themen wie künstliche Intelligenz, Ethik oder Corona-Vorhersagen beschäftigen. Zusätzlich bieten wir noch einen Track zum Thema Vielfalt & Inklusion an, mit dem Wissen, dass wir in der IT auch noch einige Hausaufgaben machen müssen, um auch diejenigen besser einzubeziehen, die von der Mehrheit in Bezug auf Meinung, Glauben oder Geschlecht abweichen.

Zur 30. OOP erfüllt die Konferenz mehr denn je das Versprechen, „die Konferenz für Software Architektur“ zu sein und bietet eine Bandbreite von Sessions zu neuen Entwicklungen z.B. im Bereich (Unternehmens-) Architektur, DevOps, Programmierung, Business Agilität und Domain-Driven Design.

Sowohl die Pandemie als auch die gesellschaftlichen Entwicklungen haben einen Einfluss auf das OOP-Erlebnis. Die Konferenz wird anders durchgeführt werden müssen, als wir es gewohnt sind. Aber, wie wir wissen, anders bedeutet nicht notwendigerweise schlechter – es kann uns auch bis dato unvorstellbare Chancen bieten, die wir sehr gerne aufgreifen möchten.

In diesem Sinne hoffen wir, dass Sie sich genauso wie wir darauf freuen zu erkunden was back to the future für die OOP 2021 bedeutet.

 

Jutta Eckstein
Program Chair OOP 2021


Als Program Chair der Konferenz hat Jutta Eckstein die Gesamtverantwortung für die technische Qualität der OOP-Konferenz. Als unabhängiger Coach, Berater und Trainer unterstützt sie Unternehmen dabei, Agilität auf Organisationsebene zu ermöglichen.


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