Hinweis: Die aktuelle OOP-Konferenz 2016 finden Sie hier!
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RESPONSIBILITY:
Building Reliable Environments

München, 26. - 30. Januar 2015

Konferenz

Warum Sie mit Scrum keinen Erfolg haben werden!

Datum:27.01.2015
Uhrzeit:16:15 - 17:15
Vortrag: Di 7.3
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Sprecher:

Scrum-Einführungen beginnen oft in Entwicklungsteams und das Management erhofft sich große Wunder durch die Versprechen agiler Methoden. In der Realität wird man dann mit Schwierigkeiten in der ganzen Organisation konfrontiert, die es vor Scrum so gar nicht gab. Der Vortrag zeigt, welche Probleme bei Scrum-Einführungen auftreten können und wie wir diesen zielgerichtet begegnen können: lokale Optimierung, klassische Bereichsverantwortung, Fehlerkultur, „Scrum macht nur die Entwicklung“, späte Integration, die Verwaltung von Fehlern und vieles mehr.

Zielpublikum: Projektleiter, Manager, Entscheider
Voraussetzungen: Grundkenntnisse agiler Methoden
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten

Sie lernen:
Die Teilnehmer lernen die Ursachen kennen, auf Grund derer trotz intensiver Gegenmaßnahmen typische, alte Verhaltenmuster in Teams und Management beibehalten werden. Gegen diese Ursachen nehmen die Teilnehmer einen entscheidenden Faktor mit, der unter all diesen Ursachen liegt und die Auflösung der Schwierigkeiten ermöglicht.

Ausführliche Beschreibung:
Die Einführung von Scrum beginnt oft in Entwicklungsteams und das Management erhofft sich große Wunder durch die Versprechen agiler Methoden. In der Realität wird man dann schnell mit Schwierigkeiten in der ganzen Organisation konfrontiert, die es vor Scrum in dieser Form gar nicht gab. Dieser Vortrag zeigt auf, welche Probleme bei Scrum-Einführungen auftreten können und wie wir diesen zielgerichtet begegnen können:
• lokale Optimierung - jedes einzelne Team und jede einzelne Abteilung versucht, das für sich optimale Ergebnis zu erzielen. Dabei wird oft völlig außer Acht gelassen, welche übergreifenden Ziele dadurch teilweise sogar aktiv bedroht werden. Lösung: eine ganzheitliche Sichtweise auf Projekt- und Produktentwicklung etablieren.
• 100% Auslastung der Mitarbeiter - jeder bezahlte Mitarbeiter wird als Resource betrachtet, die zu 100% ihrer Anwesenheit Leistung erbringen muss. Dadurch werden Aufgaben erledigt, die zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht durchgeführt werden müssen und im schlimmsten Fall durch Abhängigkeiten zu anderen Mitarbeitern dafür sorgen, dass sich die eigentlich dringlichen Aufgaben verzögern. Lösung: klare Prioritäten auf Basis von Wertschöpfung einführen und Freiräume der Mitarbeiter zulassen.
• klassische Bereichsverantwortung - jede Abteilung und jeder Bereich ist nur für das von ihm verantwortete Ergebnis zuständig. Entwickler kümmern sich nicht um das Testen, Tester haben mit der Anforderungsermittlung nichts zu tun, das Produktmanagement spricht nach dem Abladen von Anforderungen nie wieder mit den Entwicklern. Am Ende weiß keiner vom Anderen und alle wundern sich, warum der Termin immer wieder verschoben werden muss. Lösung: wie schon bei der lokalen Optimierung muss auch hier eine ganzheitliche Sichtweise etabliert werden.
• Fehlerkultur - Fehler dürfen hier nicht gemacht werden und dem Überbringer schlechter Nachrichten ergeht es nicht sonderlich gut. Solcher Umfang mit Fehlern führt in der Regel dazu, dass Probleme verschwiegen werden und der wahre Zustand schöngeredet wird. Der große Knall kommt dann ganz am Ende, wenn es zu spät ist. Lösung: den konstruktiven Umgang mit Schwierigkeiten positiv annehmen und zur Kultur machen.
• "Scrum macht nur die Entwicklung" - Stakeholder werden während der Projektdurchführung gar nicht eingebunden oder wollen nicht eingebunden werden. Bei Projektende befassen sich dann viele Stakeholder erstmalig mit dem Projekt und sind plötzlich mit dem Ergebnis unzufrieden. Lösung: aktive Einbindung der echten Anwender und aller Stakeholder.
• späte Integration - während des Projektes immer wieder zu integrieren, kostet viel zu viel Zeit, und wenn jeder sein Modul richtig baut, muss es am Ende ja zusammen passen. Im Regelfall passt leider nichts reibungslos zusammen und hohe Aufwände und Verzögerungen entstehen. Lösung: kontinuierliche, iterative Integration etablieren.
• Verwaltung von Fehlern - zu behebende Fehler werden in einem Fehlerverwaltungstool erfasst, um sie später im Projekt zu beseitigen. Jetzt müssen erstmal neue Features entwickelt werden. Dies führt in vielen Projekten dazu, dass sich hunderte oder tausende von Einträgen entstehen und niemand mehr den Durchblick hat, was davon wichtig ist. Lösung: Fehler nicht verwalten, sondern sofort beseitigen.
• Kernarbeitszeiten - Besprechungen im Team können vor 10 Uhr nicht stattfinden, Montags und Freitags sowieso nicht und ab 15 Uhr müssen die ersten wieder gehen. In vielen solcher Teams erstrecken sich die wenigen, agilen Besprechungen von 6 Nettostunden über drei Tage. Lösung: Iterationslänge drastisch verkürzen und damit auch die Besprechungsdauer.
• bestehende Termine - Teammitglieder haben noch alte Termine für andere Arbeitsgruppen, Gremien und Abteilungsrunden. Spontane Teambesprechungen werden damit oft unmöglich. Lösung: Projektprioritäten organisatorisch klären und kommunizieren lassen.